Angst

Ereignisse und unsere Bewertung der Ereignisse.
Eine Minute Lesezeit. Veröffentlicht 2018-12-22.

Wir Menschen sind unglaublich schlecht darin abzuschätzen, was in der Zukunft passiert, und noch viel schlechter darin abzuschätzen, wie es uns fühlen lässt, sowohl positiv als auch negativ.

Wir über- und unterschätzen Ereignisse und die Ausgänge davon massiv, und selbst Psychologen und andere Menschen, die sich intensiv damit auseinander setzen, liegen vortrefflich daneben.

Die Angst vor etwas und das Ereignis an sich haben dabei selten etwas miteinander zu tun, und wir neigen dazu, Angst und das gewünschte Ergebnis zu verflechten. Trotzdem fürchten wir das tatsächliche Ereignis, und wir unternehmen alles um es zu verhindern oder zu vermeiden. Und wenn das Ereignis dann eingetreten ist, stellen wir fast immer fest, dass es doch keine große Sache war. Dennoch haben wir all unsere Energie damit verschwendet es zu fürchten.

Warum? Weil wir die Angst vor dem Ereignis mit unserer Wahrnehmung des Ereignisses an sich verwechselt haben. Genauso, wie wir oft unsere Bewertung einer Situation mit der tatsächlichen Situation an sich verwechseln.

Angst zu haben ist nicht schlimm oder verwerflich. Wir müssen nur sicher stellen, dass wir unsere Angst vor diesem Ereignis nicht mit einem anderen Gefühl wie Wut oder Frustration über einen möglichen Ausgang dieses Ereignisses durcheinanderbringen.

Und wenn wir es dann schaffen festzustellen, dass Sorgen nicht hilfreich sind, und dass wir eine hypothetische Situation nicht zu Tode denken, können wir uns im Vorfeld überlegen, was wir tun oder eben nicht tun können, statt uns über mögliche Ausgänge Gedanken zu machen: Die sichere Wahl ist nicht immer die richtige.

Es ist völlig okay manchmal Angst zu haben, und es hilft, unser Verhalten in Linie zu halten. Wir sind nicht die ersten und auch nicht die letzten Menschen, die sich irrational aus Angst verhalten. Durch sich selbst vergeben können wir aus irrationalen Ängsten „gesunde“ Ängste machen.

Die Frage, die wir uns danach stellen sollten: Wo sonst in unserem Leben vermischen wir verschiedene Aspekte unseres Lebens?1

  1. So wie zum Beispiel: die Vergangenheit, das Jetzt, und die Zukunft, und wir nur in einem davon leben und für alles andere halten. ↩︎