Bücher verändern dich nicht grundlegend

Du erwartest vielleicht zu viel von Büchern über und für dich. Eine Minute Lesezeit, vom 22. August 2018.

Ich lese gerne Sachbücher, besonders rund um Strategie, Psychologie und Persönlichkeitsentwicklung. Wenn ich es allerdings nüchtern betrachte, hat mich kein Sachbuch in den letzten 30 Jahren wirklich grundlegend verändert. Einige haben mich Dinge gelehrt, andere lassen mich ihre Autoren zutiefst respektieren, und wieder andere haben mich emotional tief bewegt. Aber wirklich vom Pferd auf dem Weg nach Damaskus gehauen? Wohl nicht.

Beim verfassen dieses Artikels bin ich 37 Jahre alt, und wenn du mich danach fragen würdest, welches Buch mich wirklich verändert hat, als ich 19 Jahre alt gewesen bin, dann würde ich wahrscheinlich sagen, „die Hälfte der Bücher, die ich gelesen habe“. Vermutlich ließe sich besser argumentieren, dass diese Bücher meine Denkweise verändert haben, nur war mein Kopf ganz praktisch tabula rasa in dem Alter. Die Bücher haben mir dabei geholfen mich zu entscheiden und einiges über mich, meine Probleme und meine Motivation verraten (und tun es noch immer).

Und wie ich erwartest du vielleicht zu viel von solchen Büchern. Sie werden dir nie „Erleuchtung“ bringen oder dich ändern. So funktionieren wir Menschen leider nicht, du musst immer selbst die Erfahrung machen und auf etwas Fundamentales stoßen.

Du änderst dich nicht auf einmal und deine Macken wirst du nie, nie los. Du kannst nur lernen mit ihnen umzugehen. Es beruhigt zu wissen, woher sie kommen. Allerdings mit ihnen zu leben? Dafür musst du nach vorne schauen und wissen, wo es hingeht — und dazu selbst den Kurs ändern.

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