Weiterentwickeln

Weiterentwickeln

Oder sterben.
Drei Minuten Lesezeit. Veröffentlicht 2018-12-23.

Die Welt verändert sich ständig, besonders durch die immer krasseren Fortschritte in Form von Technologie. Die Fähigkeit sich anzupassen ist wichtiger als je zuvor. Es klingt übertrieben: Weiterentwickeln—oder sterben. Ich glaube allerdings, dass es näher an der Wahrheit ist, als es den meisten Menschen wirklich klar ist oder sie wahr haben wollen.

Und dabei hat es so etwas banales an sich das zu schreiben. Denn wir Menschen sind nicht dazu bestimmt uns mit einem Leben in stiller Verzweiflung zufrieden zu geben. Nur um weiterhin in dieser neuen Welt erfolgreich zu sein und bestehen zu können, müssen wir lernen ständig innovativ und kreativ zu sein. Uns ständig weiterentwickeln.

Um bildlich zu sprechen: Es ist besser von den Box-Champions zu lernen, und so zu trainieren, als würde unser Leben davon abhängen—was es zu einem gewissen Maße ja tut—, und gestärkt hervor gehen, um dann eine Gewichtsklasse über unserer eigenen zu kämpfen. Weil wir es dann können. Wir alle haben dieser Welt viel zu bieten. Und wir müssen uns angewöhnen ständig in den Ring zu steigen und einen guten Kampf abzuliefern.

Allerdings zuerst die schlechten Nachrichten, zurück in unserer Wirklichkeit: Die Chance, dass das Unternehmen, für das wir arbeiten, untergehen wird, ist sehr hoch. Egal ob es groß und erfolgreich ist oder klein und bescheiden: Sehr wahrscheinlich wird es sich weiter darauf konzentrieren das zu tun was es so tut. Weiterhin dieselbe Art von Geschäften tun, dieselben Produkte und Dienstleistungen verkaufen, die bisher so erfolgreich waren. Schließlich funktioniert das. Manchmal sehr lange. Bis es das nicht mehr tut.

Vor uns liegt eine trügerische Kurve. Und da unser Unternehmen wie andere Unternehmen ist, bestehend aus Menschen mit Gewohnheiten und Bedürfnissen und Kurzsichtigkeit, ist das Unternehmen genauso grundsätzlich resistent gegenüber Veränderungen wie es Menschen sind. Trotz der „Wir schauen über den Tellerrand hinaus“-Plattitüden, die durch die Flure hallen. Schließlich weiß auch das Management nicht, was es nicht weiß. Und warum sollte es anders sein als alle anderen? Die Zukunft hat die merkwürdige Eigenart die meisten von uns mit Veränderungen zu blenden.

Die Ironie dabei ist, dass unser Unternehmen irgenwann dadurch erfolgreich wurde, dass es innovativ war und Veränderungen vorangetrieben hat. Allerdings macht es dieser Erfolg so schwer, dass sich das Unternehmen weiterhin und stetig verändern kann.

Es ist sehr leicht, Beispiele von Unternehmen zu finden, die es versäumt haben sich weiter zu entwickeln, die die Veränderungen auf ihrem Weg verpasst haben, und so in Schwierigkeiten steuern, und oft genug dabei eine neue Weltordnung verpasst haben. Und dann Markanteile verlieren. Umsatz. Und schließlich: Vernichtung.1

Und was sind die guten Nachrichten für uns? Auch wenn es nicht leicht ist, sich durch die technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen, die vor uns liegen, zu navigieren, ist es nicht unmöglich. Einige Unternehmen schaffen es sich neu zu erfinden und ändern ihre Geschäftsmodelle. Und selbst wenn wir das Schiff nicht selbst steuern, können wir den Kurs beeinflussen.

Vielleicht können wir an Projekten arbeiten, die nicht offiziell bezahlt sind. Es ist gar nicht so ungewöhnlich, dass engagierte Mitarbeiter einen Teil ihrer Freizeit mit solchen Projekten verbringen bis sie fertig sind, und ihr Unternehmen erkennt, dass es genau diese braucht. Das passiert ständig in großen Unternehmen, was mitunter der Grund dafür ist, dass solche Unternehmen erfolgreich sind und bleiben. Und das nur, weil einige Menschen vorangekommen sind und das getan haben was sie für notwendig hielten.

Und vielleicht sind die besseren guten Nachrichten für uns, dass wir nicht unsere Unternehmen sind. Schließlich ist es nicht einfach die Richtung eines Unternehmens zu ändern. Allerdings haben wir vollständige Kontrolle über uns selbst. Das bedeutet, wir können sehr wohl schauen und verstehen, was um uns herum passiert, und müssen nicht zu den Menschen gehören, die, bildlich gesprochen, weiterhin versuchen Zeitungen am Straßenrand zu verkaufen.

Veränderung bedeutet, dass wir Dinge tun, die neu sind, und von Dingen ablassen, die uns bekannt und wir gewohnt sind. Es bedeutet Unbequemlichkeit und Unsicherheit für uns, und das latente Risiko, dass wir falsch liegen. Sehr wahrscheinlich wird es uns Angst machen.

Nur läuft es auf diese Entscheidung hinaus: Entweder wir bleiben dabei, was wir tun, kämpfen für einen Status Quo und hoffen, dass die Veränderungen, die wir sehen, verschwinden oder wenigstens langsamer werden—und das werden sie nicht—, oder wir denken darüber nach, wohin die Welt steuert, und verändern uns, um selbst dahin zu gelangen.

Das ist schwer, aber die Richtung ist klar: Weiterentwickeln—oder sterben.

  1. Wie Kodak, Blackberry, Myspace, und so viele andere. ↩︎