Ratschläge erteilen

Wie du Ratschläge erteilst: gar nicht.

Eine Minute Lesezeit. Veröffentlicht am 20. November 2016.

Jeder Mensch hat den Wunsch Probleme lösen zu wollen; besonders ich, da ich es liebe, tatsächlich Probleme zu lösen, und dazu direkt bin. Interessanterweise wollen die wenigsten Menschen allerdings Ratschläge erteilt bekommen wenn sie über ihre Probleme reden, und meistens wünschen sie sich, dass ihnen einfach nur jemand zuhört.

Die beste Möglichkeit das zu tun ist, wenn du mit ihnen Augenkontakt hältst, und ihnen das, was sie dir sagen, umformuliert zu erwidern. Ein gelegentliches mhm—nicht zu häufig—von sich geben, und dazu den Kopf ein wenig schief stellen.

Bei zu vielen Gelegenheiten haben mich Menschen um Rat gebeten, nur damit ich ihnen welchen gebe, und sich dieser Mensch trotzdem noch unschlüssig fühlt und anderswo weitere Bestätigung einfordert. Vielleicht einfach nicht fragen, wenn man den Rat nicht mal umzusetzen versucht? Da muss ich innerlich Ruhe bewahren.

Trotzdem nehme ich das Anliegen ernst, denn schließlich werde ich ja gefragt. Helfen kann da, die Person den Sachverhalt selbst entdecken zu lassen, was auch als Sokratische Methode bekannt ist.

Wenn jemand also nach einem Ratschlag fragt, stell diese Frage umformuliert als Gegenfrage. Grabe tiefer, in dem du den Ratschlag, den du geben willst, in eine weitere Frage umformulierst. Wenn du also vorschlagen willst, „entschuldige dich nicht und sag wie es ist“, sage stattdessen, „was wäre, wenn du dich nicht entschuldigen und stattdessen sagen würdest, wie es ist?“

Eine Frage zu stellen bringt das Gegenüber dazu, kritischer zu denken. Die meiste Zeit wollen wir unsere Fragen selbst beantworten. Und meistens haben wir bereits die beste Antwort, die jemand geben könnte. Es braucht nur einen kleinen Schubser von dir, um in andere Richtungen zu denken.