Die Nicht-tun-Liste

In: Menschen, Vorgehen
Scrollen

In der letzten Zeit habe ich genauer beobachtet was ich alles tue, und dabei ist mir aufgefallen, dass ich mir einige Dinge angewöhnt habe, die ich wieder aufhören sollte zu tun.

Nur: Fast immer ist es schwerer etwas zu lassen als etwas zu tun. Und daher bringt es uns fast genauso oft eher weiter, Nicht-tun-Listen als Zu-tun-Listen zu pflegen um persönlich und in Bezug auf Projekte weiter zu kommen. Einer der Gründe dafür ist einfach: Was wir nicht tun bestimmt was wir tun können.

Daher habe ich für mich eine Nicht-Tun-Liste mit kurzen Erklärungen und Notizen zusammen gestellt.

Ausufernder „Informations“-konsum: Das Lesen von den verschiedensten Nachrichten und „Nachrichten“, die substanzlos sind und die keinen Mehrwert bringen, mir persönlich, und den Projekten denen ich nachgehe. Sie sind überwiegend einfach Schrott und beeinflussen meine Realität nicht positiv.

E-Mails, Instant Messaging und ähnliches als erste und letzte Tätigkeit am Tag: Zu Beginn des Tages versauen sie einem die Prioritäten, und am Ende verschaffen sie einem schlaflose Nächte. All das kann bis in den späten Vormittag vertagt werden, wenigstens bis man einen Punkt der wichtig-dringenden Zu-Tun-Liste abgehakt hat.

E-Mails, Instant Messaging und ähnliches regelmäßig checken: Sammeln und nur an bestimmten Uhrzeiten des Tages durch- und gegebenenfalls abarbeiten statt permanent Brände löschen. Es gibt Auto-Responder, und den Rest dann zwei- bis drei Mal am Tag checken.

Anrufe von unbekannten Nummern beantworten: Im Regelfall resultiert das in ungewollter Unterbrechung und einer schlechten Ausgangsposition für Verhandlungen. Es gibt Anrufbeantworter.

Meetings oder Telefonkonferenzen ohne klare Agenda und Zeit zustimmen: Wenn klar ist, was das Ergebnis des Meetings sein sollte, mit einer Zielsetzung und einer Agenda mit Themen und Fragen, die abgearbeitet werden soll, sollte es nicht länger als 30 Minuten dauern. Im Vorfeld gegebenenfalls danach fragen.

Nicht auf den Punkt kommen: Bei einem freundlichen „Wie geht’s?“ bleiben, und darauf hinweisen, dass man gerade dabei ist, etwas zu erledigen, und fragen, ob es wichtig ist. Ein wesentlicher Bestandteil, Dinge erledigt zu bekommen, ist es auf den Punkt zu kommen.

Mehr arbeiten um mehr zu schaffen / keine Prioritäten setzen: Wenn man keine Prioritäten setzt scheint alles dringend und wichtig (siehe: Brandbekämpfung). Im Vergleich zu einer klaren „wichtigste Aufgabe des Tages“ scheint fast nichts mehr dringend oder wichtig. Gegen Überforderung hilft es, die wenigen Dinge zu bestimmen, die das eigene Leben und die Unternehmungen wirklich ändern.

Jeden Tag mit dem Handy verbringen: Für einen Tag in der Woche ausschalten oder besser zuhause lassen sind die einfachsten Möglichkeiten. Handys sind Teil unserer Realität, sie komplett zu verteufeln ist daher eine Kurzschlussreaktion. Ein gelernter und moderator Umgang mit bewusstem gelegentlichen Verzicht beugt schon deutlich Stress vor.

Die einfachen Dinge intensiv überdenken: Im Regelfall sind die einfachen Dinge genau das: einfach. Zu viel Zeit und Energie und Interpretationen in sie zu legen führt selten zu einem guten Ergebnis.

Arbeit als Ersatz für Nicht-Arbeitsbeziehungen und -Aktivitäten: Arbeit ist nicht das ganze Leben, und die Kollegen sollten nicht die einzigen Freunde sein. Das eigene Leben gehört genauso geplant und genauso verteidigt wie ein wirklich wichtiges Meeting. Zu keinen Umständen darf es jemals zu „Ich werde es an diesem Wochenende erledigen“ kommen. Wir haben sowieso schon kaum Zeit auf diesem Planeten.

Keine Ausnahmen machen: Ausnahmen sind dann am wirkungsvollsten, wenn man weiß, wann man sie wirklich machen sollte.

Und nicht zu vergessen: Es ist „in“, sich auf Dinge zu konzentrieren, um sie erledigt zu bekommen, aber das können wir nur, wenn wir das Rauschen und die Störungen entfernen. Wenn wir uns nicht entscheiden können, was wir tun sollen, sollten wir uns aufs Nicht-tun fokussieren.