Glücklich, intelligent, und nützlich

In: Vorgehen
Scrollen

Es gibt drei Dinge, die man bei Entscheidungen zum eigenen Leben beachten sollte:

  1. Was einen glücklich macht,
  2. was intelligent ist (und damit auf lange Sicht gut für einen ist),
  3. und was nützlich für andere ist.

 

Wir neigen gerne dazu, eines dieser Dinge zu vergessen:

Intelligent und nützlich, aber nicht glücklich.

Das ist stereotypisch für strenge Eltern, die sagen: „Du gehst auf die beste Schule, bekommst die besten Noten, erlangst einen Abschluss in Jura oder Medizin, und verdienst viel Geld. Was du willst spielt keine Rolle. Das ist das, was am Besten für dich und deine Familie ist.“

Intelligent und nützlich ist nicht schlecht. Es ist rational, so wie eine Maschine arbeitet. Allerdings ist glücklich sein das Öl dabei, und ohne Öl wird die Reibung den Motor letztlich zerstören.

Glücklich und intelligent, aber nicht nützlich.

Das ist stereotypisch für Anhänger von „lifestyle design“ oder Selbsthilfe-Süchtigen:

Immer lernen, immer verbessern, und immer darauf konzentriert sein glücklich zu sein und das perfekte Leben zu erschaffen.

Dabei wird gerne auf „passives Einkommen“ geschaut, anstatt sich auf etwas zu konzentrieren, dass einen Mehrwert für andere schafft.

Glücklich und intelligent ist ebenfalls nicht schlecht. Der Fokus auf einen selbst fühlt sich zu Beginn großartig an; man kann sich allerdings nicht an seinen eigenen Schnürsenkeln hochziehen—letztlich wird man von den Menschen um einen herum hoch gehoben.

Glücklich und nützlich, aber nicht intelligent.

Das ist stereotypisch für gemeinnützige Helfer:

Nachdem sie einen „teuren“ Uni-Abschluss erlangt haben, verbringen sie Jahre damit, in Vollzeit an exotische, arme Orte zu fliegen, um Brunnen auszuheben und Dächer zu decken.

Wenn allerdings der Stundenlohn von Universitäts-Absolventen bei zwei-, dreihundert Euro liegen kann, findet sich wenig Sinn darin, dass sie Arbeit erledigen, die die Einheimischen für 10 Euro die Stunde besser erledigen können, ganz ohne Hotel und Flug. Damit tun sie anderen keinen Gefallen, im Gegenteil.

In dieselbe Kategorie fallen Menschen, die ihr Leben lang im selben Job ohne jegliche Verbesserung bleiben, und auch Musiker, die immer irgendwo lokal auftreten, und nie eine gute Aufnahme machen.

Auch glücklich und nützlich ist nicht schlecht. Man tut Gutes für die Welt, und es fällt schwer, da den Fehler zu finden. Allerdings hat man man großartige Absichten mit nicht so großartigen Strategien—vertane Mühe und ungenutztes Potenzial.

Nur glücklich, und nicht intelligent oder nützlich.

Das vereinfachte Mantra von Menschen, die keine Verantwortung übernehmen wollen.

„Sei einfach glücklich. Das ist alles, was zählt.“ Das klingt so einfach, also muss es auch grundlegend wahr sein, oder?

Allerdings wird es eher wie in Aesops Fabel „Die Ameise und der Grashüpfer“ sein, man wird vieles bereuen, wenn man an nichts anderes als an heute denkt, und sich nicht auf schwere Zeiten vorbereitet.

Und es erwartet einen eher das Gegenteil von Belohnung, wenn man nur sich selbst dient, und nicht anderen.